Diagnose

Diagnose

Was hilft bei ADHS?

  • Abklärung bei Verdacht
  • Beratung (elpos)
  • Verständnisvolle Haltung gegenüber Betroffenem
  • Elterncoaching/Elterntraining (elpos)
  • Gesprächsgruppe (elpos)
  • Selbstfürsorge!
ADHS zeigt sich unterschiedlich bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

ADHS kennt keine Altersgrenze. Wenn Chaosprinzessin und Zappelphilipp erwachsenen sind, können Job oder Familienalltag zur Überforderung werden.

Erläuterungen zu diagnostischen Kriterien und ADHS-Ausprägungen

Bei Kindern müssen für die ADHS-Diagnose je 6 Symptome der Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität vorliegen, bei Erwachsenen ab 17 Jahren je 5. Es wird zwischen einer milden, moderaten oder schweren Form unterschieden.

Erschwert wird die Diagnostik der ADHS durch den Umstand, dass zahlreiche Störungsbilder einer ADHS nicht nur täuschend ähnlich sein, sondern auch gemeinsam mit ihr auftreten können als sogenannte Komorbidität. Bei Verdacht müssen deshalb im diagnostischen Prozess alle anderen Erklärungsmöglichkeiten von Aufmerksamkeitsproblemen, Hyperaktivität und Impulsivität systematisch ausgeschlossen werden (Differentialdiagnose).

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Diagnose Kinder und Jugendliche

Die aktuellen diagnostischen Kriterien nach DSM-5

(DSM = Diagnostisches und Statistisches Handbuch psychischer Störungen der US-Psychiatrischen Vereinigung)

  • Vorwiegend unaufmerksam
  • Vorwiegend hyperaktiv-impulsiv
  • Kombiniertes (klinisches) Erscheinungsbild

Zur Erteilung der Diagnose müssen die Symptome bereits im Kindesalter (bis 12 Jahre) auftreten, mindestens 6 Monate vorliegen und in zwei oder mehreren Lebensbereichen (Familie, Schule etc.) zu beobachten sein. Ausserdem dürfen sie nicht durch eine andere psychische Störung besser erklärt werden können.

Diagnostische Kriterien der Unaufmerksamkeit
  • Kann oftmals seine Aufmerksamkeit nicht auf Details richten oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei Hausaufgaben oder anderen Aktivitäten.
  • Hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Spielaktivitäten aufrecht zu erhalten.
    Scheint oft nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen.
  • Führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund oppositionellen Verhaltens oder Verständigungsschwierigkeiten).
  • Scheint oft nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen.
  • Hat oft Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren.
  • Vermeidet häufig oder hat eine Abneigung gegen Aufgaben, die eine länger andauernde, geistige Anstrengung erfordern (Mitarbeit im Unterricht, Hausaufgaben).
  • Verliert häufig Gegenstände, die sie/er für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt (z. B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Werkzeug).
  • Lässt sich öfters durch äussere Reize ablenken.
  • Ist bei Alltagstätigkeiten immer wieder vergesslich.
Diagnostische Kriterien der Hyperaktivität
  • Zappelt häufig mit Händen oder Füssen oder rutscht auf dem Stuhl herum
  • Steht in der Klasse oder in anderen Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird, oft auf.
  • Läuft umher oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein subjektives Unruhegefühl beschränkt bleiben).
  • Hat oft Schwierigkeiten, ruhig zu sprechen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen.
  • Hat oft Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren.
  • st häufig «auf Achse» oder handelt, als wäre er/sie «getrieben».
  • Redet oftmals übermässig viel.
Diagnostische Kriterien der Impulsivität
  • Platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist.
  • Kann nur schwer warten, bis sie/er an der Reihe ist.
  • Unterbricht und stört häufig (platzt z. B. in Gespräche und Spiele anderer hinein).
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Als Elternorganisation für ADHS-Betroffene wissen wir, wie wichtig die richtige Unterstützung/Therapie und wie schwierig der Weg dahin oft ist. Da sind einerseits all die «guten Ratschläge» und andererseits verunsichernde und verwirrende Medien-Meldungen, die zusammen mit dem häufig hohen Leidens- und Handlungsdruck zusätzlich belastend wirken. Aufgrund sachlicher und unabhängiger Informationen kann letztlich entschieden werden, was für Kind, Familie und andere Bezugspersonen individuell hilfreich ist.

 

Jedes Kind ist einzigartig

Gerade deshalb ist eine Abklärung zwingend. Viele dieser Kinder verfügen über ein grosses Potential, das sie aufgrund der Probleme jedoch nicht genügend umsetzen können. So sind sie oft sehr empfindsam und haben viele «starke Seiten». Im Sinne einer resilienten Erziehung sollen diese positiven Eigenschaften gefördert und in der Therapie als Ressourcen miteinbezogen werden. Nicht zuletzt geht es auch um die Bereitschaft, diese Kinder und Jugendlichen in ihrer ganzen Persönlichkeit wahr zu nehmen und zu respektieren. Mit all ihren Facetten. Jeder von uns hat Schwächen und Schattenseiten. Kurz: Die Auswirkungen von ADHS müssen wir ernst nehmen, das Kind jedoch nie auf diese Problematik reduzieren!

Eine gründliche, differenzierte und ganzheitliche Abklärung durch eine qualifizierte Fachperson ist die Grund-Voraussetzung für eine erfolgreiche und individuelle Therapie. Denn rund 5% der Kinder sind in einem Ausmass betroffen, dass ihre persönliche und schulische Entwicklung erheblich darunter leidet. Und heute weiss man, dass bei 50 % der Betroffenen die Symptomatik auch im Erwachsenenalter weiter besteht.</p >

Früherfassung und Behandlung sind bei ADHS enorm wichtig. Erlebt sich das Kind stets negativ, ist der Aufbau eines gesunden Selbstwert- und Identitätsgefühls kaum möglich, was das weitere Leben stark beeinträchtigt. Wird eine ADHS-Symptomatik nicht rechtzeitig entdeckt oder behandelt, erhöht sich das Risiko einer Komorbidität (Begleiterkrankung) oder Folgestörung. Leiden wie Tics, Angst- oder Zwangsstörungen, Depressionen oder Suizidgedanken können bereits im Kindesalter auftreten, während bei Jugendlichen Essstörungen und Suchtgefährdung («Selbstmedikation») hinzukommen.

Nach erfolgter Diagnose durch den Facharzt oder Psychologen ist die Aufklärung und Beratung von Eltern und Kind durch den Spezialisten ein Muss. Je nach Ausprägung der Störung ist ein multimodaler Therapieansatz unerlässlich. Um ein Kind oder einen Jugendlichen gezielt unterstützen zu können, sind manchmal zusätzliche, individuelle Interventionen angezeigt. Es gibt inzwischen zahlreiche Therapieformen und Unterstützungsmöglichkeiten, die in dieser Publikation teilweise ausführlich vorgestellt werden. Priorität haben sogenannt evidenzbasierte (wissenschaftlich als wirkungsvoll erwiesene) Massnahmen. Was sinnvoll und hilfreich ist, muss im Einzelfall abgeklärt und entschieden werden. Damit die Therapie-Bausteine jedoch tragend wirken, sollten sie für alle Beteiligten stimmig und motivierend sein. Auf keinen Fall darf ein Kind «übertherapiert» werden.

Diagnose bei Erwachsenen

Wie wird ein adultes ADHS diagnostiziert?

Die Diagnose einer ADHS beruht auf der Beurteilung durch einen erfahrenen Kliniker. Bei der Diagnostik wird zunächst eine ausführliche Erhebung der Entwicklungs- und Lebensgeschichte durchgeführt, bei der mögliche andere psychische Erkrankungen erfasst werden sollen. Eine genaue Analyse der Familiengeschichte ist besonders wichtig. Wenn der Verdacht auf eine ADHS weiter besteht, werden spezifische Symptome erfragt, wobei auch Familienangehörige und Partner einbezogen werden sollen. Diverse Fragebögen dienen zur systematischen Erfassung der Symptome. Schliesslich können psychologische und neuropsychologische Testungen herangezogen werden, um bestimmte Leistungsstörungen quantitativ zu erfassen.

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Diagnosekriterien nach DSM-5 für Erwachsene:

Kriterien der Unaufmerksamkeit
  • Probleme mit der Daueraufmerksamkeit
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Nicht zuhören können
  • Arbeitsvorgaben nicht befolgen können
  • Schwierigkeiten, sich zu organisieren
  • Vermeiden geistiger Anstrengungen
  • Häufige Flüchtigkeitsfehler
  • Verlust von Gegenständen
  • Vergesslichkeit im Alltag
Kriterien der Hyperaktivität
  • Zappelig sein
  • Nicht still sitzen können
  • Innere Unruhe
  • Mühe mit ruhigen Aktivitäten
  • Stets in Bewegung sein
  • Ständig reden
  • Herausplatzen mit Antworten
  • Ungeduld, nicht warten können
  • Andere stören oder unterbrechen

ADHS weist eine starke familiäre Häufung auf. Verwandte ersten Grades eines ADHS-Betroffenen zeigen sechsmal häufiger ebenfalls ADHS-Merkmale im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung. Aus der Zusammenschau zahlreicher Zwillings- und Adoptions-Studien kann die Vererbbarkeit auf etwa 70% geschätzt werden. Die genauen Genorte sind noch nicht identifiziert, es sind aber sicherlich mehrere Gene beteiligt. Dies erklärt auch die grossen Unterschiede in den ADHS-Ausprägungen, sowohl in der Stärke als auch nach der Art, selbst innerhalb der gleichen Familie. Als andere Risikofaktoren für die Entwicklung einer ADHS werden die Einnahme schädlicher Substanzen (besonders Nikotin und Alkohol), Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft sowie Frühgeburt und Geburtsschädigungen gewertet.

 

Im Zusammenspiel der genetischen Vorgaben und schädigender äusserer Einflüsse entstehen Funktionsstörungen im Gehirn, die sich besonders in den Teilen auswirken, die für die Problemlösung, Planung und Impulskontrolle verantwortlich sind.Wahrscheinlich liegen relative Unterfunktionen im Stoffwechsel oder in der Wirkung der hierbei besonders beteiligten Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin vor. Diese Unausgeglichenheit im Umsatz und in der Wirksamkeit dieser Botenstoffe führt sowohl zu Unterfunktionen bei der Daueraufmerksamkeit als auch zur mangelhaften Unterdrückung von Impulsen. Das Lebensumfeld, in dem die Kinder aufwachsen, kann diese Anlagen verstärken oder mildern, kann jedoch weder alleine die ADHS verursachen noch verhindern. Deshalb ist der Selbstvorwurf mancher Eltern von ADHS-Kindern, in der Erziehung versagt zu haben, unbegründet. Auch der Ernährung kommt keine wissenschaftlich bewiesene Bedeutung zu. Viele Menschen mit ADHS erleben sich selbst als Rätsel, weil sie trotz aller guten Vorsätze und leidsamen Erfahrungen die gleichen Verhaltensfehler immer wieder begehen. Die Lösung liegt in den beschriebenen neurobiologischen Funktionsstörungen, die die Umsetzung der Vorhaben im entscheidenden Moment bis zur Unmöglichkeit erschweren. ADHS-Symptome sind keine Probleme des „Wollens“ sondern des „Könnens“.

Überaktivität und Impulsivität, die in der Kindheit dominieren, weichen oft einer allgemeinen Leistungs- und Konzentrationsschwäche vor allem in monotonen und langweiligen Situationen. Fast alle erwachsenen ADHS-Patienten fühlen sich innerlich ruhelos und getrieben. Im Berufs- und im Privatleben erreichen sie oft nicht die Ziele, die sie sich ursprünglich gesteckt hatten. Viele leiden vor allem unter den sozialen Folgen von ADHS und sind unzufrieden mit ihrer Lebensbilanz. Von ADHS betroffene Erwachsene haben oft erhebliche Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung. Starke Empfindlichkeit für Sinneseindrücke, aber auch für Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen können belasten. Sie können eine geringe Stress- und Frustrationstoleranz zeigen und Temperamentsausbrüche haben. Manche versuchen, die Leistungsfähigkeit mit hohen Mengen von Schokolade, Kaffee, Cola, Energydrinks und Nikotin zu steigern oder bekämpfen die innere Anspannung mit Alkohol, Cannabis oder Kokain. Hohe Impulsivität führt leicht zu riskantem und sozial störendem Verhalten. Frauen mit ADHS sind seltener hyperaktiv als Männer, neigen jedoch zu Tagträumereien und sind schnell ablenkbar. Ab dem Zeitpunkt der Pubertät treten häufig ausgeprägte Beschwerden vor der Menstruation mit starken Stimmungsschwankungen auf (praemenstruelles Syndrom).

Etwa 50% der Menschen, die von ADHS betroffen sind, zeigen bereits im Kindes- und Jugendalter zusätzliche Störungen, die nicht direkt von den ADHS-Kernproblemen herrühren. Besonders häufig sind Verhaltensprobleme mit oppositionellem oder aggressivem Verhalten, Teilleistungsstörungen wie Lese-und Rechtschreib-Störungen oder Rechenstörungen (Legasthenie und Dyskalkulie) und Tics. Auch Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen sowie Essstörungen finden sich bereits im jugendlichen Alter bei ADHS-Betroffenen häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Bei Querschnittsuntersuchungen von Erwachsenen waren nur 14-23% der ADHS-Betroffenen ohne zusätzliche psychiatrische Diagnosen. In Längsschnittuntersuchungen entwickelten Heranwachsende mit ADHS im weiteren Beobachtungszeitraum von 5-10 Jahren 4- 5mal häufiger zusätzliche psychische Erkrankungen als Kontrollpersonen. Bei einigen dieser Erkrankungen wie Zwangsstörung, Angststörungen, Depressionen und bipolaren affektiven Störungen kommen überlappende genetischneurobiologische Grundlagen als Erklärung der Häufung in Frage. Bei anderen psychiatrischen Störungsbildern wie Suchterkrankungen, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Störung) spielen psychologische Faktoren wie ungeeignete Anpassungs- und Bewältigungsversuche sowie Selbstwertprobleme wesentliche Rollen für die Entwicklung der zusätzlichen Erkrankungen. Relevant sind jedoch auch Verhaltensauffälligkeiten, die nicht als Erkrankungen klassifiziert sind, wie die Neigung zu riskantem Verhalten z.B. im Strassenverkehr und in der Sexualität, konflikthafte Partnerbeziehungen und das Scheitern in der Ausbildung und im Beruf. Bei der individuellen Untersuchung und diagnostischen Beurteilung eines Erwachsenen sollte nach der Diagnose von ADHS deshalb auch kritisch geprüft werden, ob zusätzlich psychiatrische Erkrankungen vorliegen und eine zusätzliche Therapie erfordern. Nicht selten werden jedoch auch Kernsymptome der ADHS als andere psychische Erkrankung fehlgedeutet und können durch die Behandlung der ADHS zielgerichtet überwunden werden. Deshalb sollte die Diagnose ADHS von einem erfahren Psychiater überprüft werden.

Aufmerksamkeitsstörung: Unvermögen, Gesprächen aufmerksam zu folgen, erhöhte Ablenkbarkeit (irrelevante Stimuli können nicht herausgefiltert werden), Schwierigkeiten, schriftliche Dinge zu erledigen, Vergesslichkeit, häufiges Verlieren von Alltagsgegenständen wie Autoschlüssel, Geldbeutel oder Brieftasche. Motorische Hyperaktivität. Innere Unruhe, „Nervosität“ (i. S. eines Unvermögens, sich entspannen zu können – nicht antizipatorische Ängstlichkeit), Unfähigkeit, sitzende Tätigkeiten durchzuhalten, z. B. am Tisch still zu sitzen, Spielfilme im Fernsehen anzusehen, Zeitung zu lesen, stets „auf dem Sprung“ sein, dysphorische Stimmungslagen bei Inaktivität.

 

Affektlabilität. Gekennzeichnet durch den Wechsel zwischen normaler und niedergeschlagener Stimmung sowie leichtgradiger Erregung (mit einer Dauer von einigen Minuten bis maximal einigen Tagen, der in der Regel mit klar benennbaren Ursachen reaktiv ausgelöst wird; gelegentlich treten die Stimmungswechsel aber auch spontan auf. Hat das Verhalten bereits zu ernsthaften oder anhaltenden Schwierigkeiten geführt, können sich die Stimmungswechsel ausdehnen). Die niedergeschlagene Stimmungslage wird vom Patienten häufig als Unzufriedenheit oder Langeweile beschrieben. (Im Gegensatz zur Major Depression finden sich kein ausgeprägter Interessensverlust oder somatische Begleiterscheinungen). Desorganisiertes Verhalten. Aktivitäten werden unzureichend geplant und organisiert. Gewöhnlich schildern die Patienten diese Desorganisation in Zusammenhang mit der Arbeit, der Haushaltsführung oder mit schulischen Aufgaben. Aufgaben werden häufig nicht zu Ende gebracht, die Patienten wechseln planlos von einer Aufgabe zur nächsten und lassen ein gewisses „Haftenbleiben“ vermissen. Unsystematische Problemstrategien liegen vor, daneben finden sich Schwierigkeiten in der zeitlichen Organisation und Unfähigkeit, Zeitpläne oder Termine einzuhalten. Affektkontrolle. Andauernde Reizbarkeit, auch aus geringem Anlass, verminderte Frustrationstoleranz und in der Regel kurzfristige Wutausbrüche häufig mit nachteiliger Wirkung auf die Beziehung zu Mitmenschen; typisch ist erhöhte Reizbarkeit im Strassenverkehr.

 

Impulsivität. Dazwischenreden, unterbrechen anderer in Gespräch, Ungeduld, impulsive Geldausgaben und das Unvermögen, Handlungen im Verlauf zu verzögern, ohne dabei Unbehagen zu empfinden. Emotionale Überreagibilität. Überschiessende emotionale Reaktionen auf alltägliche Stressoren. Betroffene beschreiben sich selbst häufig als schnell „belästigt“ oder gestresst.

Für eine Diagnose müssen die ersten beiden Kriterien erfüllt sein, von den weiteren Kriterien mindestens 2 vorhanden sein:

 

  1. Aufmerksamkeitsstörung bei fehlender Stimulation
  2. Hyperaktivität (z.B. innere Unruhe oder Nervosität)
  3. Affektlabilität
  4. Desorganisiertes Verhalten
  5. 
Gestörte Affektkontrolle
  6. Impulsivität
  7. Emotionale Überreagibilität

(Quelle: Deutsche Bundesärztekammer)

  • Depressionen und bipolare affektive Störungen
  • Angststörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Störungen aus dem Autismusspektrum (Asperger)
  • Tourette-Syndrom
  • Teilleistungsstörungen