Diagnose Erwachsene

Diagnose bei Erwachsenen

Wie wird ein adultes ADHS diagnostiziert?

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Diagnosekriterien nach DSM-5 für Erwachsene:

Kriterien der Unaufmerksamkeit
  • Probleme mit der Daueraufmerksamkeit
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Nicht zuhören können
  • Arbeitsvorgaben nicht befolgen können
  • Schwierigkeiten, sich zu organisieren
  • Vermeiden geistiger Anstrengungen
  • Häufige Flüchtigkeitsfehler
  • Verlust von Gegenständen
  • Vergesslichkeit im Alltag
Kriterien der Hyperaktivität
  • Zappelig sein
  • Nicht still sitzen können
  • Innere Unruhe
  • Mühe mit ruhigen Aktivitäten
  • Stets in Bewegung sein
  • Ständig reden
  • Herausplatzen mit Antworten
  • Ungeduld, nicht warten können
  • Andere stören oder unterbrechen

ADHS weist eine starke familiäre Häufung auf. Verwandte ersten Grades eines ADHS-Betroffenen zeigen sechsmal häufiger ebenfalls ADHS-Merkmale im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung. Aus der Zusammenschau zahlreicher Zwillings- und Adoptions-Studien kann die Vererbbarkeit auf etwa 70% geschätzt werden. Die genauen Genorte sind noch nicht identifiziert, es sind aber sicherlich mehrere Gene beteiligt. Dies erklärt auch die grossen Unterschiede in den ADHS-Ausprägungen, sowohl in der Stärke als auch nach der Art, selbst innerhalb der gleichen Familie. Als andere Risikofaktoren für die Entwicklung einer ADHS werden die Einnahme schädlicher Substanzen (besonders Nikotin und Alkohol), Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft sowie Frühgeburt und Geburtsschädigungen gewertet.

 

Im Zusammenspiel der genetischen Vorgaben und schädigender äusserer Einflüsse entstehen Funktionsstörungen im Gehirn, die sich besonders in den Teilen auswirken, die für die Problemlösung, Planung und Impulskontrolle verantwortlich sind.Wahrscheinlich liegen relative Unterfunktionen im Stoffwechsel oder in der Wirkung der hierbei besonders beteiligten Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin vor. Diese Unausgeglichenheit im Umsatz und in der Wirksamkeit dieser Botenstoffe führt sowohl zu Unterfunktionen bei der Daueraufmerksamkeit als auch zur mangelhaften Unterdrückung von Impulsen. Das Lebensumfeld, in dem die Kinder aufwachsen, kann diese Anlagen verstärken oder mildern, kann jedoch weder alleine die ADHS verursachen noch verhindern. Deshalb ist der Selbstvorwurf mancher Eltern von ADHS-Kindern, in der Erziehung versagt zu haben, unbegründet. Auch der Ernährung kommt keine wissenschaftlich bewiesene Bedeutung zu. Viele Menschen mit ADHS erleben sich selbst als Rätsel, weil sie trotz aller guten Vorsätze und leidsamen Erfahrungen die gleichen Verhaltensfehler immer wieder begehen. Die Lösung liegt in den beschriebenen neurobiologischen Funktionsstörungen, die die Umsetzung der Vorhaben im entscheidenden Moment bis zur Unmöglichkeit erschweren. ADHS-Symptome sind keine Probleme des „Wollens“ sondern des „Könnens“.

Überaktivität und Impulsivität, die in der Kindheit dominieren, weichen oft einer allgemeinen Leistungs- und Konzentrationsschwäche vor allem in monotonen und langweiligen Situationen. Fast alle erwachsenen ADHS-Patienten fühlen sich innerlich ruhelos und getrieben. Im Berufs- und im Privatleben erreichen sie oft nicht die Ziele, die sie sich ursprünglich gesteckt hatten. Viele leiden vor allem unter den sozialen Folgen von ADHS und sind unzufrieden mit ihrer Lebensbilanz. Von ADHS betroffene Erwachsene haben oft erhebliche Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung. Starke Empfindlichkeit für Sinneseindrücke, aber auch für Spannungen in zwischenmenschlichen Beziehungen können belasten. Sie können eine geringe Stress- und Frustrationstoleranz zeigen und Temperamentsausbrüche haben. Manche versuchen, die Leistungsfähigkeit mit hohen Mengen von Schokolade, Kaffee, Cola, Energydrinks und Nikotin zu steigern oder bekämpfen die innere Anspannung mit Alkohol, Cannabis oder Kokain. Hohe Impulsivität führt leicht zu riskantem und sozial störendem Verhalten. Frauen mit ADHS sind seltener hyperaktiv als Männer, neigen jedoch zu Tagträumereien und sind schnell ablenkbar. Ab dem Zeitpunkt der Pubertät treten häufig ausgeprägte Beschwerden vor der Menstruation mit starken Stimmungsschwankungen auf (praemenstruelles Syndrom).

Etwa 50% der Menschen, die von ADHS betroffen sind, zeigen bereits im Kindes- und Jugendalter zusätzliche Störungen, die nicht direkt von den ADHS-Kernproblemen herrühren. Besonders häufig sind Verhaltensprobleme mit oppositionellem oder aggressivem Verhalten, Teilleistungsstörungen wie Lese-und Rechtschreib-Störungen oder Rechenstörungen (Legasthenie und Dyskalkulie) und Tics. Auch Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen sowie Essstörungen finden sich bereits im jugendlichen Alter bei ADHS-Betroffenen häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Bei Querschnittsuntersuchungen von Erwachsenen waren nur 14-23% der ADHS-Betroffenen ohne zusätzliche psychiatrische Diagnosen. In Längsschnittuntersuchungen entwickelten Heranwachsende mit ADHS im weiteren Beobachtungszeitraum von 5-10 Jahren 4- 5mal häufiger zusätzliche psychische Erkrankungen als Kontrollpersonen. Bei einigen dieser Erkrankungen wie Zwangsstörung, Angststörungen, Depressionen und bipolaren affektiven Störungen kommen überlappende genetischneurobiologische Grundlagen als Erklärung der Häufung in Frage. Bei anderen psychiatrischen Störungsbildern wie Suchterkrankungen, Essstörungen und Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Störung) spielen psychologische Faktoren wie ungeeignete Anpassungs- und Bewältigungsversuche sowie Selbstwertprobleme wesentliche Rollen für die Entwicklung der zusätzlichen Erkrankungen. Relevant sind jedoch auch Verhaltensauffälligkeiten, die nicht als Erkrankungen klassifiziert sind, wie die Neigung zu riskantem Verhalten z.B. im Strassenverkehr und in der Sexualität, konflikthafte Partnerbeziehungen und das Scheitern in der Ausbildung und im Beruf. Bei der individuellen Untersuchung und diagnostischen Beurteilung eines Erwachsenen sollte nach der Diagnose von ADHS deshalb auch kritisch geprüft werden, ob zusätzlich psychiatrische Erkrankungen vorliegen und eine zusätzliche Therapie erfordern. Nicht selten werden jedoch auch Kernsymptome der ADHS als andere psychische Erkrankung fehlgedeutet und können durch die Behandlung der ADHS zielgerichtet überwunden werden. Deshalb sollte die Diagnose ADHS von einem erfahren Psychiater überprüft werden.

Aufmerksamkeitsstörung: Unvermögen, Gesprächen aufmerksam zu folgen, erhöhte Ablenkbarkeit (irrelevante Stimuli können nicht herausgefiltert werden), Schwierigkeiten, schriftliche Dinge zu erledigen, Vergesslichkeit, häufiges Verlieren von Alltagsgegenständen wie Autoschlüssel, Geldbeutel oder Brieftasche. Motorische Hyperaktivität. Innere Unruhe, „Nervosität“ (i. S. eines Unvermögens, sich entspannen zu können – nicht antizipatorische Ängstlichkeit), Unfähigkeit, sitzende Tätigkeiten durchzuhalten, z. B. am Tisch still zu sitzen, Spielfilme im Fernsehen anzusehen, Zeitung zu lesen, stets „auf dem Sprung“ sein, dysphorische Stimmungslagen bei Inaktivität.

 

Affektlabilität. Gekennzeichnet durch den Wechsel zwischen normaler und niedergeschlagener Stimmung sowie leichtgradiger Erregung (mit einer Dauer von einigen Minuten bis maximal einigen Tagen, der in der Regel mit klar benennbaren Ursachen reaktiv ausgelöst wird; gelegentlich treten die Stimmungswechsel aber auch spontan auf. Hat das Verhalten bereits zu ernsthaften oder anhaltenden Schwierigkeiten geführt, können sich die Stimmungswechsel ausdehnen). Die niedergeschlagene Stimmungslage wird vom Patienten häufig als Unzufriedenheit oder Langeweile beschrieben. (Im Gegensatz zur Major Depression finden sich kein ausgeprägter Interessensverlust oder somatische Begleiterscheinungen). Desorganisiertes Verhalten. Aktivitäten werden unzureichend geplant und organisiert. Gewöhnlich schildern die Patienten diese Desorganisation in Zusammenhang mit der Arbeit, der Haushaltsführung oder mit schulischen Aufgaben. Aufgaben werden häufig nicht zu Ende gebracht, die Patienten wechseln planlos von einer Aufgabe zur nächsten und lassen ein gewisses „Haftenbleiben“ vermissen. Unsystematische Problemstrategien liegen vor, daneben finden sich Schwierigkeiten in der zeitlichen Organisation und Unfähigkeit, Zeitpläne oder Termine einzuhalten. Affektkontrolle. Andauernde Reizbarkeit, auch aus geringem Anlass, verminderte Frustrationstoleranz und in der Regel kurzfristige Wutausbrüche häufig mit nachteiliger Wirkung auf die Beziehung zu Mitmenschen; typisch ist erhöhte Reizbarkeit im Strassenverkehr.

 

Impulsivität. Dazwischenreden, unterbrechen anderer in Gespräch, Ungeduld, impulsive Geldausgaben und das Unvermögen, Handlungen im Verlauf zu verzögern, ohne dabei Unbehagen zu empfinden. Emotionale Überreagibilität. Überschiessende emotionale Reaktionen auf alltägliche Stressoren. Betroffene beschreiben sich selbst häufig als schnell „belästigt“ oder gestresst.

Für eine Diagnose müssen die ersten beiden Kriterien erfüllt sein, von den weiteren Kriterien mindestens 2 vorhanden sein:

 

  1. Aufmerksamkeitsstörung bei fehlender Stimulation
  2. Hyperaktivität (z.B. innere Unruhe oder Nervosität)
  3. Affektlabilität
  4. Desorganisiertes Verhalten
  5. 
Gestörte Affektkontrolle
  6. Impulsivität
  7. Emotionale Überreagibilität

(Quelle: Deutsche Bundesärztekammer)

  • Depressionen und bipolare affektive Störungen
  • Angststörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Störungen aus dem Autismusspektrum (Asperger)
  • Tourette-Syndrom
  • Teilleistungsstörungen

ADHS UND PARTNERSCHAFT

Erzählen ADHS betroffene Personen von emotionalen Überreaktionen oder unerklärlichen Stimmungsschwankungen, so betrifft dies häufig beide Geschlechter. Auch was impulsive Gefühlsausbrüche oder die Schwierigkeit anbetrifft, bei Frust oder Wut die Kontrolle zu bewahren. In der Coaching-Praxis offenbart sich immer wieder, wie Betroffene darunter leiden, wenn mit ihnen „der Gaul durchgeht“ oder sie der „Teufel reitet“.

 

Die mangelhafte Affektkontrolle ist jedoch nicht das einzige Symptom, das in Partnerschaften oft zum Bruch führt. Auch die enorme Herausforderung, die Gefühlsbalance zwischen Hoch und Tief zu finden, wirkt sich auf die Betroffenen aus. Da schwebt die verliebte Susanne auf allen Wolken und zählt die Stunden, bis sie ihren Partner wieder sieht – und kaum liegen sie einander in den Armen, stösst sie ihn von sich. Plötzlich kann sie mit dieser Nähe nicht mehr umgehen. Zuweilen wird sie geplagt von Eifersucht (auf die Ex-Freundin) oder negativen Gedanken („Genüge ich ihm wirklich?“) und sucht nach einem Haar in der „Glückssuppe“ bis der Liebste völlig entnervt zum Rückzug bläst. Die Folge: Weltschmerz, Bestätigung, dass sich die Vorahnung bewahrheitet hat und Susanne nicht geliebt wird, so wie sie ist. Aber auch Männer fühlen sich in der Partnerschaft oft unverstanden, weil sie ihre Bedürfnisse oder Gefühle nicht so kommunizieren können, dass sie von der Ehefrau verstanden werden. Die Partnerin wiederum verzweifelt darüber, dass sie selbst nicht richtig wahrgenommen wird. Ein Wechselspiel, das oft in eine Dynamik des gegenseitigen Nicht-Verstehens mündet.

 

Das emotionale Innenleben von ADHS betroffenen Menschen ist komplex und ihre Gefühlswelt geprägt von ihrer Reizoffenheit. Das heisst, sie empfangen Sinneseindrücke wie etwa Bilder, Klänge, Düfte viel stärker als andere. Sie haben oft eine hohe Sensibilität für Stimmungen und Schwingungen anderer Personen, aber es fällt ihnen zuweilen auch schwer, diese einzuordnen oder zu deuten. Was einerseits nach einer Gabe klingt, ist andererseits eine Herausforderung und Belastung. Besonders dann, wenn zu viele Reize den Betroffenen überfluten und dadurch seine Wahrnehmungen verstärkt oder irritiert. Freude oder Leid werden intensiv erlebt. Aber auch Kritik. Bereits im Kindesalter wirkt sich diese störend auf den Selbstwert aus. Und als Erwachsener reagiert der Betroffene mit grosser Verletzlichkeit darauf.

 

Wie krieg ich das bloss in Griff? Marc, 35, sitzt geknickt in seinem Stuhl in der Coaching-Praxis. Neben ihm seine junge Ehefrau mit dem fünfmonatigen Töchterchen auf dem Arm. Es herrscht Hochspannung. Vier Tage zuvor hat er daheim ein Möbelstück demoliert – aus Frust. Weil der Familienvater Lisa nicht über seine abgeänderten Freizeit-Pläne informierte, stand sie plötzlich vor vollendeten Tatsachen: Marc sollte nach dem Training die beiden Kinder hüten, stattdessen hatte er ein Ticket für einen Fussball-Match. „Ich sagte ihm klar, was ich von dieser Handlungsweise dachte, aber damit brachte ich ihn nur in Rage.“ Lisa hat je länger je mehr Mühe, mit seinen Ausrastern zu leben. „Und mir tut es danach so wahnsinnig leid, weil ich meine Familie über alles liebe“, gesteht er zerknirscht.

 

Im Coaching will er lernen, mit seiner niedrigen Frustrationstoleranz und fragilen Impulskontrolle um zu gehen. Seine Frau und die beiden Kinder will er nicht verlieren. Gemeinsam analysieren wir die Situation, die zur Eskalation geführt hat und wie das Paar solchen Ausbrüchen vorbeugend entgegen wirken kann. Marc und Lisa bekommen die Aufgabe, miteinander ein Zeichen zu vereinbaren, mit dem Marc signalisieren kann, wann er an seine Grenzen kommt. Auf diese Weise soll die Negativspirale frühzeitig gebremst werden. Marc schildert seinen Ausnahmezustand: „Innerlich baut sich bei mir Druck auf wie ein Ballon, der irgendwann mal platzt. Ich fühle mich dann wie ferngesteuert, vom Teufel geritten und habe das Gefühl, dass ich im Recht bin. Und ich weiss, dass ich mich in solchen Situation meinem Umfeld gegenüber rücksichtslos verhalte.“Was hilft ihm dann? „Wenn meine Frau auf räumliche Distanz von mir geht. Ruhig und nicht im Streit. Auch wenn sie mir reflektierend sagt: Halt! Jetzt gehst du zu weit.“ Schlecht sei es vor allem, wenn sich Lisa bei einer emotional negativen Schwingung im gleichen Ton darauf einlässt und sie von ihm mitziehen lässt. „Dann schaukeln wir uns gegenseitig hoch. Und sie wird für mich eine Projektionsfläche, um Dampf abzulassen.“

 

Isolde Schaffter-Wieland, elpost 50/Juni 2013

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ADHS weist eine starke familiäre Häufung auf. Verwandte ersten Grades eines ADHS-Betroffenen zeigen sechsmal häufiger ebenfalls ADHS-Merkmale im Vergleich zu der Allgemeinbevölkerung. Aus der Zusammenschau zahlreicher Zwillings- und Adoptions-Studien kann die Vererbbarkeit auf etwa 70% geschätzt werden. Die genauen Genorte sind noch nicht identifiziert, es sind aber sicherlich mehrere Gene beteiligt. Dies erklärt auch die grossen Unterschiede in den ADHS-Ausprägungen, sowohl in der Stärke als auch nach der Art, selbst innerhalb der gleichen Familie. Als andere Risikofaktoren für die Entwicklung einer ADHS werden die Einnahme schädlicher Substanzen (besonders Nikotin und Alkohol), Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft sowie Frühgeburt und Geburtsschädigungen gewertet.

 

Im Zusammenspiel der genetischen Vorgaben und schädigender äusserer Einflüsse entstehen Funktionsstörungen im Gehirn, die sich besonders in den Teilen auswirken, die für die Problemlösung, Planung und Impulskontrolle verantwortlich sind.Wahrscheinlich liegen relative Unterfunktionen im Stoffwechsel oder in der Wirkung der hierbei besonders beteiligten Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin vor. Diese Unausgeglichenheit im Umsatz und in der Wirksamkeit dieser Botenstoffe führt sowohl zu Unterfunktionen bei der Daueraufmerksamkeit als auch zur mangelhaften Unterdrückung von Impulsen. Das Lebensumfeld, in dem die Kinder aufwachsen, kann diese Anlagen verstärken oder mildern, kann jedoch weder alleine die ADHS verursachen noch verhindern. Deshalb ist der Selbstvorwurf mancher Eltern von ADHS-Kindern, in der Erziehung versagt zu haben, unbegründet. Auch der Ernährung kommt keine wissenschaftlich bewiesene Bedeutung zu. Viele Menschen mit ADHS erleben sich selbst als Rätsel, weil sie trotz aller guten Vorsätze und leidsamen Erfahrungen die gleichen Verhaltensfehler immer wieder begehen. Die Lösung liegt in den beschriebenen neurobiologischen Funktionsstörungen, die die Umsetzung der Vorhaben im entscheidenden Moment bis zur Unmöglichkeit erschweren. ADHS-Symptome sind keine Probleme des „Wollens“ sondern des „Könnens“.

  • Verständnis für sein Anderssein
  • Klare Kommunikation, knappe Aufträge
  • Positive Feedbacks
  • Reizarme Umgebung (digitale Reize flach halten!)
  • Keine Kritik, keine Schuldzuweisung
  • Stärken fördern und stärken
  • Immer wieder neue Ziele setzen!
  • Entdecken und leben seiner Begabungen
  • Bewegung/Sport
  • Regelmässigkeit und Ausgewogenheit der Ernährung
  • Genügend Schlaf!
  • Alltagsstrukturen mit Ruheinseln
  • Kontaktpflege
  • Machen Sie sich klar, dass Ihre heftigen Gefühle für Ihre Mitmenschen sehr kränkend und schwer verdaulich sind.
  • Gestehen Sie sich’s ein, wenn Ihr Gaul wieder mal mit Ihnen durchgegangen ist und entschuldigen Sie sich dafür.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Partner, was Sie das nächste Mal tun wollen, wenn Sie wieder die Palme hochgehen.  Vermeiden Sie bei Auseinandersetzungen Stress und Termindruck. Wenn Sie merken, dass Sie unter Druck kommen, ballen Sie in der Hosentasche die Fäuste und sagen Sie zu sich selbst: „Nichts wie weg hier, sonst gibt es wieder Ärger.“
  • Machen Sie sich in Friedenszeiten einen Plan, wie Sie beide sich ohne Diskussionen eine Auszeit gewähren können.

(Quelle: ADHS-Spezialistin/Autorin Astrid Neuy-Bartmann)